Bühnenproduktion

Der Floh und die Ameise unterwegs in Deutschland und Georgien

Ein internationales Projekt für Kinder

2015 hat der Verein Arts Dialogue e.V. dieses Projekt initiiert und gemeinsam mit Kunstschaffenden aus Deutschland und Georgien und der Unterstützung Georgischen Kultusministeriums und der Agentur Künstlertribüne in Freiburg realisiert.

Der georgische Komponist Zurab Nadareishvili hat für dieses Projekt seine Oper Die Geschichte vom Floh und der Ameise für Streichquartett und Sprecher bearbeitet.

Als Libretto dient eine bekannte georgische Fabel über die Freundschaft und die aufregenden Abenteuer und Bemühungen eines Flohs, seinem in Not geratenen Freund, der Ameise, zu helfen. Aus der Komposition ist eine Bühnenproduktion für Kinder mit Tanz, Bühnenfiguren, Streichquartett und Erzähler in deutscher und georgischer Sprache entstanden. Für Tanz, Inszenierung und Bühnenfiguren waren in Freiburg lebende Künstlerinnen verantwortlich. Das Streichquartett und der Schauspieler kamen aus Georgien.

Die Produktion wurde zwölf Mal in Freiburg aufgeführt – auf der Kammerbühne des Theaters Freiburg im Rahmen des Klong Musikfestivals für Kinder, im Jazzhaus und in Freiburger Schulen

Über 1170 Kinder haben diese Produktion in sechs Grundschulen und einem Kindergarten in Freiburg gesehen. Ohne sich direkt zu begegnen, haben die Kinder aus Deutschland ihre Altersgenossen in fernen Georgien beigestanden und eine Solidaritätsbotschaft geschickt. Diese Botschaft richtete sich an die Kinder eines Tages-Zentrums und –Unterkunft namens Dzedzili für Waisenkinder und Kinder aus ärmlichen Familien aus einer kleinen Stadt am Fuße des Kaukasus namens Tshiatura.

Die Kinder in Deutschland waren detailliert über das Projekt informiert. Nach den Vorstellungen habe die Kinder Möglichkeit gehabt sich mit den Künstlern zu unterhalten. Neben den aufregenden Fragen zu der Aufführung wollten die Kinder vieles über die anderen Kinder in Georgien wissen.

Alle teilnehmenden Künstler haben auf die Gage für die Auftritte in den Schulen zu Gunsten des Zentrums Dzedzili verzichtet. Mit diesem Geld konnte dort ein Jahr lang Musikunterricht finanziert werden.

In enger Zusammenarbeit mit einer Lehrerin vor Ort haben wir für die Kinder des Zentrums Dzedzili ein Jahres-Programm für Musikunterricht erstellt. Im Vorfeld haben wir gründliche Recherchen in Georgien geführt und ins Unterrichtsprogramm alle wichtige Themen der Europäischer Musikgeschichte von Barock bis Heute aufgenommen, welche in georgischen Schulen nicht im Schulprogramm stehen und unsere Meinung nach sehr wichtig sind.

Ab Oktober 2015 erhalten die Kinder in Tshiatura wöchentlich Musikunterricht nach unserem Programm, unterstützt mit Bildern, spannenden Geschichten, Musik-, Audio- und Video-Beispielen. Außerdem findet wöchentlich ein Instrumentalunterricht statt, um andere wichtige Fähigkeiten der Kinder zu fördern.

Auf diese Weise könnten Kinder aus Freiburg ihren Altersgenossen in Georgien einen wichtigen Teil der europäischen Kultur näher bringen.

Unser Verein ist im regelmäßigen Kontakt mit der Musiklehrerin und Schulleiterin in Tshiatura. Wie es scheint, zeigt das Projekt schon erste wichtige Erfolge. Die Kinder sind sehr interessiert, stellen viele Fragen, einige haben schon ihre Lieblings-Komponisten und –Stücke, unterhalten sich über die Themen aus der Musikstunde auch außerhalb des Unterrichts.

Als Abschluss beabsichtigt das Projekts ein Besuch des Opern-Hauses in Tbilisi –in der georgischen Hauptstadt – für alle beteiligten Kindern aus Tshiatura.

In den folgenden Bildern sehen Sie einige Eindrücke.

Juli 2015, in Deutschland, nach der Vorstellung


Vera Winterhalter, Lehrerin im Kindergarten Liebfrauen, Freiburg
» (…) ich war fasziniert von der Wirkung des Gesamtstücks. Alle Kinder waren aufmerksam und konzentriert. Die ganze große Gruppe wurde mit der Geschichte mitgerissen.«

Julia, ein Kind aus dem Kindergarten
»Die Tänzerin konnte ganz schön gut tanzen fand ich. Ich fand, dass das Stück sehr gut war & der Hahn ist sehr gut gemacht (…) dass der Sprecher, der von weit hergekommen ist ganz schön gut deutsch sprechen kann. Die Musik fand ich schön.«

Charlotte, ein Kind aus dem Kindergarten
» (…) dass die Tiere gut gemacht & die Katze war gut. die Kuh war auch gut gemacht.«

Julia, ein Kind aus dem Kindergarten
» (…) und das Schwein ist witzig. Schade, dass kein echter Brunnen da war.«

Lilith und Lina, Kinder aus dem Kindergarten
»Es war lustig, dass wir die Taucherbrille aufziehen durften von der Ameise.«

Caspar, ein Kind aus dem Kindergarten
» (…) Ja, aber ich könnte jetzt auch nochmal ins Theaterstück gehen.«

Lina, ein Kind aus dem Kindergarten
Mir hat das Stück gut gefallen. Ich fand gut wie die Ameise zu allen Tieren gegangen ist. (…) dass Spenden wegen Waisenkinder gesammelt wurden.«

Ingrid Jäger, Schulleiterin der St. Michaelschule, Freiburg
»Den Kindern hat euer georgisches Märchen sehr gut gefallen.
Ganz besonders den 4. Klässlern. Die haben mich danach besonders angesprochen.
Ein Junge sagte: das war eine gute Idee so eine lustige Geschichte mit Musik zu erzählen.
Ein anderer Junge war so begeistert vom Erzähler: der hat ja so lustig gesprochen und manchmal so schnell, da musste ich immer lachen.«

Tine Palenga, Schulleiterin der Hofackerschule, Freiburg
»Die Kinder fanden die Geschichte lustig, weil der Floh immer wieder genau erklärt hat, wofür er diesen Gegenstand gebraucht hat, (…) und dass sie am Ende wieder an einen Bach kamen.
(…) spannend, wie lange die Ameise noch im Wasser sein muss.
(…) schön, wie am Schluss die Ameise Schritt für Schritt gerettet wurde.«

Januar 2016, Tshiatura, Kinder der Zentrum »Dzedzili«

Maia Kapanadze, Musiklehrerin
»Es ist ein schönes und sehr nützliches Projekt. Diesen Umfang von Informationen und auch die Art des Vortrages bekommen Kinder nicht in den Schulen, und auch nicht an den Musikschulen. Aus der künstlerischen Vielfalt der Darstellung dieser Geschichte, die den wichtigsten Bereichen der europäischen Kunstformen entspricht: Tanz, Theater, Bildende Kunst, Architektur (…), entwickeln die Kinder die wichtige Fähigkeit, Musik im Kontext zu hören. Die Unterrichtsbesuche sind freiwillig, und um so mehr ist es erfreulich zu sehen, wie zahlreich die Kinder mit viel Interesse und neugierigen Fragen zu diesen Stunden erscheinen.«

Anna Micheladze, ein Mädchen aus dem Zentrum
»Seit Oktober 2015 erhalten wir Klassik-Musikunterrichten. Wir haben Musik aus dem Barock und der Wiener-Klassik kennen gelernt und über die Musikinstrumente aus dieser Zeit erfahren.Ich besuche sehr gerne diese Unterrichte und habe schon oft meine neuen Kenntnisse nutzen können. Ich konnte mich über die verschiedenen Komponisten, welche
ich kennen gelernt habe,unterhalten.«

Mariam Kupatadze, ein Mädchen aus dem Zentrum
»Für mich ist dieses Fach neu. Die meisten Kinder mögen diese Unterrichte. Es gibt aber einige diese nicht mögen, aber die versuchen ihre Faulheit zu überwinden. Was ich hier gelernt habe, brauche ich oft in der Schule bei dem Kunstunterricht.«

Kristine Ksovreli, ein Mädchen aus dem Zentrum
»Ich finde, dass diese Unterrichte sehr interessant sind, weil wir viel Musik hören und unsere Lehrerin uns viele interessante Geschichten über die Instrumente und die Komponisten erzählt. Ich besuche diese Musikunterrichte mit viel Freude. Manchmal reden wir über diese Themen auch außerhalb des Unterrichts.«

Nata Kurtanidze , ein Mädchen aus dem Zentrum
»Ich glaube, dass die Musikunterrichte sehr spannend sind. Ich besuche sie sehr gerne, weil wir viel Musik hören. Ich besuche auch die Instrumentalunterrichte. Am interessantesten fand ich die Wiener-Klassik. Besonders mag ich Mozart und die Arie der »Königin der Nacht«.

Auf dieser Seite werden wir über die Entwicklungen dieses Projektes berichten.